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Strafrecht hautnah - Gerichtsbesuch im Rahmen des Rechtslehreunterrichts

Im Rahmen der Aktionswoche besuchten die Klassen 12Sb und 12WS am Donnerstag, den 26. Februar 2016, das Amtsgericht in Hof, um einen Praxisbezug zu dem in Rechtslehre behandelten Thema „Strafrecht“ herzustellen.

Dass das Thema „Flüchtlinge“ allgegenwärtig ist, konnte man bei der ersten Gerichtsverhandlung feststellen. Ein in Österreich lebender Iraker hatte im Herbst 2015 versucht, drei syrische Flüchtlinge gegen eine Bezahlung von 900 € von Österreich nach Schweden zu schleusen. Das Besondere an diesem Fall war, dass er bereits zwei Mal wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz vor Gericht stand. Daher wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt und muss die 900 € ersetzen, damit er durch sein Verbrechen keinen Profit erzielt.

Im zweiten Fall musste sich ein Mann vor Gericht einfinden, da er versucht hatte, 800 Gramm Marihuana für den Weiterverkauf nach München zu transportieren. Sein Geständnis und sein Mitwirken an der Tataufklärung wurden ihm zwar zugute gehalten, dennoch wurde er aufgrund fehlender Aufenthaltserlaubnis und seiner psychischen Verfassung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt und soll im Anschluss nach Portugal abgeschoben werden. Weiterhin muss er die Bezahlung von 100 €, die er für den Transport erhalten hat, ersetzen. Nach beiden Verhandlungen hatten wir Schüler die Gelegenheit, dem Richter Fragen über die Verfahren und über die Arbeit im Gericht zu stellen. Dadurch erfuhren wir beispielsweise, dass man für die Tätigkeit als Schöffe keine besonderen Vorkenntnisse braucht. Es wäre für einige von uns also sicher denkbar, einmal diese ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben.

Der Besuch des Gerichts hat uns einen guten Einblick ins deutsche Rechtssystem geboten. Uns wurde gezeigt, dass die Bildung eines richterlichen Urteils einer Betrachtung des Falles aus verschiedenen Perspektiven bedarf und dass auch Hilfe bei der Aufklärungsarbeit, Lebenssituation und eventuelle Vorstrafen des Täters eine große Auswirkung auf das Strafmaß haben können. Außerdem konnten wir den genauen Ablauf einer Gerichtsverhandlung mitverfolgen, was uns wiederum im Rechtslehreunterricht sehr dabei geholfen hat, eigene Fälle zu bearbeiten und in einem eigenen Gerichtsprozess vorzuspielen.

Alina Hühne

   
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